Eingewöhnung
Hat der neue Mitbewohner erst einmal sein neues Zuhause erreicht, braucht er erstmal seine verdiente Ruhe. Denn der Transport von der Zoohandlung oder vom Züchter nach Hause, meist ganz alleine, eingesperrt in einem mehr oder minder kleinen Käfig, die neue Umgebung und die unbekannten Geräusche nehmen die kleinen doch ganz schön mit.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Pieper meistens 3-7 Tage Eingewöhnungszeit brauchen, bis sie sich tatsächlich von den Strapazen des Umzuges erholt haben und sie ihre wahre Persönlichkeit zeigen.
Falls Du noch gar keine Wellensittiche besitzen solltest, gestalten sich die ersten Tage relativ unkompliziert. (Falls Du schon welche besitzt, click einfach hier)
Am Besten ist es, wenn der Käfig schon vor der Ankunft der neuen Mitbewohner samt Wasser und Futter vorbereitet ist. So kannst Du Dir im Vorfeld schön viel Zeit bei der Einrichtung nehmen und die Piepser brauchen nicht lange in dem kleinen Transportkäfig zu warten, bis das neue Zuhause fertig ist.
Wenn der Käfig soweit ist, öffnet man vorsichtig die Transportbox (aufgepasst: lass die schnellen Flieger bloß nicht jetzt schon ausbrechen!) und hält sie so, dass sie durch die Öffnung in den Käfig reinspringen können. Jetzt ist mehr oder weniger Geduld angebracht: Manche Wellensittiche sind so neugierig, dass sie gleich in den ersten Sekunden rausklettern, andere sitzen wiederum ein Weilchen auf der Lauer. Es hilft auch sehr, in einem sanften Ton mit ihnen ein Paar Wörter zu wechseln. Sie werden aber so oder so ganz sicher rauskommen, denn die Neugierde gewinnt bei diesen verspielten Gesellen immer!
Ist es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch dazu gekommen, dass die Gauner ausgebrochen sind, ist es auch nicht schlimm! Einmal darf man versuchen, sie auf dem Finger zu nehmen, und wieder in den Käfig zu bringen. Wer weiß, kann ja passieren, dass sie kommen ;) Sollte das nicht klappen, können sie auch ruhig draußen bleiben. Am besten hängst Du dann gut sichtbar etwas Kolbenhirse in den Käfig und lässt sie von alleine kommen. Sie werden früher oder später schon den Weg zum Futter finden. Falls sie bis zum Einbruch der Dunkelheit jedoch immer noch nicht genug Hunger haben, empfiehlt es sich ein Nachtlicht einzurichten, so dass sie sich auch während der Nacht orientieren können, und eventuell Richtung Käfig verletzungsfrei fliegen können.
Nun ist es wichtig, dass Du den Piepsern erstmal die verdiente Ruhe gibst. Sie sollen sich in aller Seelenruhe umschauen, das Neue kennenlernen und gut schlafen können.
Am nächsten Tag kannst Du dich dann schon mehr mit ihnen beschäftigen und sie näher kennenlernen. Wenn Du schon soweit bist, kannst Du es sogar mit einer Runde Training probieren ;)
Im Falle, dass im neuen Zuhause doch einer oder ein paar Wellensittiche auf den Neuankömmling warten, gestaltet sich die Eingewöhnungszeit ein wenig anders.
Aufgrund von unterschiedlichen Bakterienstämmen aber besonders zum Schutz des eigenen Wellensittich-Bestands empfiehlt es sich, den kleinen neuen Pieper erstmal in Quarantäne zu behalten und eine Eingangsuntersuchung durchführen zu lassen. Dies hört sich fieser und komplizierter an, als es eigentlich ist. Im Grunde genommen hält man ihn einfach getrennt von den anderen, in einem sepparaten Raum in seinem eigenen Käfig, bis die Gewissheit da ist, dass der Kleine keine "versteckten" Krankheiten mit sich bringt. Eine solche Untersuchung kannst Du bei jedem Vogelkundigen Tierarzt durchführen lassen. Es werden meistens im Labor Kotproben und ein Kropfabstrich des Kleinen auf Bakterien und Erkrankungen untersucht. Man kann nicht wirklich sagen, dass sich der Wellensittich freuen wird seinen Arzt zu sehen, aber die Untersuchung bleibt für ihn völlig harmlos und schmerzfrei.
Wir möchten Dir an dieser Stelle eindringlich zu einer Eingangsuntersuchung raten, und zur strikten Einhaltung der Quarantäne! Es ist nur zum Wohle Deiner Engel!
In der Quarantänezeit solltest Du so gut es geht darauf achten, dass der Pieper nicht zu lange alleine bleibt, und dass sich so oft wie möglich jemand in seinem Raum aufhält. Diese 3-4 Tage sind natürlich auch ideal, um mit einem Training zu beginnen.
Hat die kleine Maus die Quarantäne erstmal hinter sich, darfst Du sie den anderen vorstellen. Dazu bringst Du sie am Besten samt ihrem Käfig mit in dem Raum, in dem sich die anderen befinden. Ab jetzt liegt es nur noch an der Gemeinschaft und an deinem Bauchgefühl, wann er oder sie raus darf. Wichtig ist nur, dass der kleine Käfig noch mindestens über Nacht bestehen bleibt, falls sich "der Neue" in der Kurzen Zeit doch nicht so gut mit den anderen anfreunden konnte, und einfach mal seine Ruhe haben will.
Nun wünsche ich Dir viel Spaß und Freude mit deinem neuen Freund!Mirela, Dez. 2009 _________
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